Konferenz „40 Jahre Weltklima“
Zwei Schülerinnen und ein Schüler des Slowenischen Gymnasiums sprachen auf der Konferenz „40 Jahre Weltklima“
Am 22. Oktober 2025 fand im Rathaus von Villach eine Festveranstaltung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zum Thema Weltklima statt. Im Jahr 1985 trafen sich die Expertinnen und Experten zum ersten Mal – ebenfalls in Villach. Christian Salmhofer, Vorsitzender des Klimabündnisses Kärnten, moderierte die Veranstaltung. Die Vorträge der Experten Werner Pötzi über das Sonnenobservatorium auf der Gerlitzen, Johannes Schmidl über Gletscher und Christian Salmhofer über Siegfried Bauer, einen Pionier auf den Gebieten Klima, Planeten und Raumfahrt, waren sehr informativ und verständlich. Die Wissenschaftlerin Jill Jäger skizzierte die Klimageschichte und hob in diesem Zusammenhang die Rolle der Stadt Villach hervor.
Besonders fasziniert hat uns der längere Vortrag des Professors für Geophysik an der Universität Graz, Gottfried Kirchengast. Er skizzierte Modelle für das Klima der Zukunft und machte uns mit vielen Einflussfaktoren vertraut. Einer dieser Faktoren ist das Stefan-Boltzmann-Gesetz – in diesem Teil des Vortrags lobte er den einleitenden Beitrag zu diesem Thema, den Ana Kampuš, Mario Koman und Anna Ressmann aus der 7B Klasse des Slowenischen Gymnasiums geleistet hatten.
Die Vorstellung des Strahlungsgesetzes von Stefan und Boltzmann war zweisprachig, hier die deutschsprachige Version:
Josef Stefan wurde 1835 in St. Peter bei Klagenfurt geboren. Er war ein ausgezeichneter Schüler und begann bereits während seiner Gymnasialzeit, slowenische Gedichte zu schreiben. Ein Beispiel dafür ist das Stimmungsgedicht „O pustu“ (Über den Fasching), das der 22-jährige Stefan als Student an der Universität Wien veröffentlichte:
Die Wagen rollen durch die Straßen zum Fest,
die Jugend ist auf der Tanzfläche und die Alten schlafen süß.
Nur der Dichter wischt sich in seinem kalten Zimmer die Tränen aus den Augen
und sucht nach Papier, um sein Gedicht aufzuschreiben.
Jožef Stefan
Ludwig Boltzmann, Stefans berühmtester Schüler, Mitarbeiter und Nachfolger am Physikalischen Institut der Universität Wien, hob die Vielseitigkeit von Josef Stefan hervor, der erfolgreich auf allen Gebieten der Physik forschte. Stefan war ein vorbildlicher Lehrer, der bei allen sehr beliebt war. Er verstand es, komplizierte Phänomene auf einfache und anschauliche Weise zu erklären.
Bei der Bestimmung der Wärmeleitfähigkeit von Gasen entdeckte er 1879 einen Zusammenhang, den wir heute als Stefan-Boltzmann-Gesetz kennen. Die Emissionsfähigkeit eines schwarzen Körpers ist proportional zur vierten Potenz seiner absoluten Temperatur. Der Proportionalitätsfaktor „Sigma“ ist die Stefan-Boltzmann-Konstante.
Mit dem entdeckten Gesetz berechnete Josef Stefan die Oberflächentemperatur der Sonne, die 5 800 Kelvin beträgt. Hätte die Sonne eine dreimal so hohe Oberflächentemperatur, also 17.400 Kelvin, wäre ihre Strahlungsleistung 3 hoch 4 mal – also 81-mal so hoch.
Fünf Jahre nach der Entdeckung des Strahlungsgesetzes leitete Ludwig Boltzmann es aus der kinetischen Gastheorie ab, weshalb das Gesetz nach beiden Physikern benannt ist.
Jožef Stefan starb 1893 im 58. Lebensjahr. Als Begründer der österreichischen physikalischen Schule hat er sich für den Weltruf des physikalischen Instituts der Universität Wien höchste Verdienste erworben.
Stefans Geburtshaus lag nur 900 Meter von unserer Schule – dem Slowenischen Gymnasium – entfernt. Auch Josef Stefan war ein Kärntner Slowene und wurde weltberühmt. Im Jahr 2016 kehrte er in seine Geburtsstadt Klagenfurt zurück – in der Aula des BG und BRG für Slowenen wurde ihm zu Ehren eine Büste enthüllt.
Niko Ottowitz











